Einladung zum Frauenfrühstück Do. 2. Mai 9.30 h

Wann: Donnerstag, 2. Mai um 09.30 Uhr
Wo?: in der EmK in der Esslinger Str. 24 in Pliezhausen
Wer? Alle Frauen, gerne mit Freundinnen usw.
Was? gemeinsamer Austausch über die Fastenzeit in den unterschiedlichen Religionen
Kontakt: Mariela Tota, M.Tota@kreis-reutlingen.de oder Tel: 07127-5701460

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Rückblick auf 2018 – Vorschau auf 2019

Das Jahr 2018 war für den Freundeskreis ein Jahr mit einigen entscheidenden Veränderungen. Im März wurde die neue Asyl Unterkunft im Merzenbachweg 4 von den ca. 55 Flüchtlingen bezogen. Auch konnten darin Familien ein neues Zuhause finden. In Verbindung zu dem ebenfalls neu erbauten Gebäude Merzenbach 2 (Sozialwohnungen) entstanden u.a. gemeinsamen Spielflächen für die zahlreichen Kinder. Dieser Einstand wurde mit dem 1. Merzenbachfest, organisiert von der Gemeinde, ordentlich gefeiert. 2018 kamen, bedingt durch die Familienzusammenführung, neue Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern in unsere Gemeinde. Auch in Rübgarten entstanden zusätzliche Unterkünfte für 13 Personen. Als Folge dieser Entwicklung mussten Kindergarten- und Schulplätze gefunden werden, was nicht immer einfach war, aber letztendlich gemeinsam von allen Beteiligten gemeistert wurde.

Einige der geflüchteten Menschen begannen nach Abschluss ihrer Sprachkurse eine Ausbildung oder konnten in Arbeitsverhältnisse untergebracht werden.

Die monatlichen Treffs des „Cafe International“ im Cafe Kännle bzw. im Greut wurden zu einer gut besuchten Einrichtung, in der Geflüchtete und Pliezhäuser Bürger zusammenfanden. Diese bewährten Termine sollen auch 2019 wieder stattfinden.

2 neue Sozialarbeiter teilten sich im vergangenen Jahr die Betreuung und boten regelmäßige Beratungs- Termine sowohl in der Tübinger Strasse (Container) als auch im Merzenbach an. Ab Januar 2019 bekam die Gemeinde vom Landratsamt in Reutlingen eine Sozialarbeiterin in Vollzeit zugewiesen, die für alle Belange der Asylarbeit zuständigen soll und auch den Freundeskreis unterstützen wird. Sie hat die Sprechzeiten ihrer Vorgänger übernommen und soll sich verstärkt auch um die Familien kümmern und die Kommunikation mit dem Landratsamt bzw. Jobcenter pflegen.

Der Freundeskreis hat sich für 2019 vorgenommen, verstärkt um die Integration der Kinder in das Gemeindeleben zu kümmern. Es werden jetzt schon Bastelstunden für die Kleinen angeboten, Spiel und Lesenachmittage für unterschiedliche Altersstufen und die Unterstützung für den Schulalltag sind geplant.

Auch werden wir versuchen, zusammen mit unserer Sozialarbeiterin und dem Landratsamt, wieder einige der anerkannten Asylanten in Arbeitsverhältnisse oder Ausbildung zu bringen.

Diese sehr notwendigen und ehrgeizigen Pläne können wir mit unserem jetzigen Ehrenamt nicht mehr stemmen und suchen Menschen, die sich mit ihren Ideen in diese Bereiche einbringen können. Wir wollen versuchen, diesen Menschen, die unfreiwillig ihre Heimat verlassen mussten, möglichst gute Startbedingungen in ihrer neuen Heimat zu ermöglichen.

Willkommen auf dem Weihnachtsmarkt

Alle Jahre wieder findet in Pliezhausen ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt statt. So auch am kommenden Sonntag, dem 1. Advent.

Der „Freundeskreis Asyl Pliezhausen“ wird mit einigen der Pliezhäuser Flüchtlinge einen Stand belegen. Diese Menschen sind ein Teil der Gemeinde und wollen auch aktiv an unserem Brauchtum teilnehmen. Sie bieten uns allerlei selbst hergestellte Leckereien aus der schmackhaften syrischen und afghanischen Küche an. Auf der Speisekarte stehen eine Gemüsesuppe, Falafel, Käse und leckere Plätzchen.

Auch Hassan Aldeeri, der „Polsterer“ und Wael werden auf einem Teil unseres Standes kleine Muster ihrer Polsterkunst präsentieren. Einfach mal vorbei schauen und probieren.

1. Nachbarschaftsfest im Merzenbachweg – da war was los!

Gute Idee der Gemeinde: Wir machen ein Fest oben im Merzenbachweg und laden die Nachbarn dazu ein. Vielleicht lag es an der Fußball-WM, dass eher wenig Nachbarn dazu kamen. In jedem Fall war es ein schönes Fest, für unsere ausländischen Gäste, für die Kinder, für die Gaumen mit vielen internationalen Spezialitäten. Rundherum gelungen! Wir freuen uns auf das Fest im nächsten Jahr und danken allen, die zum Gelingen beigetragen haben, ganz herzlich. (GH)

Orientalischer Abend in der Mediothek

Am Donnerstag, 19. April waren Geflüchtete und Einheimische in die Mediothek Pliezhauen zu einem „orientalischen Fest“ geladen. Mediotheksleiterin Karin Lorenz begrüßte ca. 50 Gäste und hieß alle willkommen, um miteinander zu essen, zu tanzen und um miteinander ins Gespräch zu kommen. Wegen der lauen Temperaturen konnte auch der Außenbereich der Bibliothek genutzt werden.

Zur Einstimmung trug sie eine orientalische Fabel vor, die veranschaulichte, dass wir uns erst ein Urteil über andere Menschen machen können und dürfen, wenn wir einander mit unseren individuellen Vorzügen und Schwächen wahrgenommen haben. Damit war die Notwendigkeit des gegenseitigen Kennenlernens zwischen Einheimischen und Geflüchteten als Motto des Abends geklärt.

Frau Lorenz betonte auch, dass vor allem wir Frauen großen Wert darauf legen, dass unsere hart erkämpften Freiheiten und Rechte von allen Geflüchteten anerkannt und respektiert werden. Ein syrischer Flüchtling aus Damaskus berichtete anschließend in recht gutem Deutsch von seinen Fluchtgründen und über sein Leben in Deutschland. „Ich bin nach Deutschland gekommen, weil in Syrien Krieg ist. Dort gibt es keine Sicherheit und keine Menschenrechte. Ich wollte nicht zum Militär gehen, weil ich kein Täter und auch kein Opfer sein wollte. Ich wollte auch nicht mehr in Syrien bleiben und dort auf den Tod warten.“

Er ist vor zwei Jahren ohne seine Familie hierher gekommen und wohnt inzwischen bei einer Pliezhäuser Familie, wo er sich sehr gut aufgehoben fühlt. Gerne würde er von eigener Arbeit leben, was aber aufgrund noch nicht genügender Sprachkenntnisse bisher nicht möglich ist. Er bat um Verständnis dafür, dass es vielen Geflüchteten schwer fällt, Deutsch zu lernen, solange sie sich große Sorgen um ihre Familie und um ihre eigene Zukunft machen müssen. Schwierig sei es auch, zu Deutschen Kontakt zu finden. Einfacher wäre es, wenn sie ein Zimmer oder eine Wohnung mit deutschen Nachbarn finden könnten.

Leider sprächen viele Einheimische oft von Flüchtlingen allgemein und wenn einer einen Fehler macht, werde das schnell auf andere übertragen. Schließlich wünschte er allen Deutschen und Geflüchteten, dass sie immer in Sicherheit, Frieden und Freiheit leben können und bedankte sich bei allen, die den Geflüchteten geholfen haben.

Ein leckeres und sehr liebevoll gestaltetes Büffet mit palästinensisch- syrischem Fingerfood, das von syrischen, afghanischen und schwäbischen Köchinnen und einem syrischen Koch vorbereitet worden war, fand begeisterten Zuspruch und bot Gelegenheit, beim gemeinsamen Essen und Trinken ins Gespräch zu kommen.
Nachdem alles „verputzt“ war, animierten orientalische Rhythmen zum Tanzen. Vor allem eine Gruppe syrischer Männer und ein paar mutige Frauen tanzten traditionelle syrische Reihen- und Kreistänze mit teilweise atemberaubender Schrittfolge und Tempo.

Damit fand der orientalische Abend bei immer noch frühsommerlichen Temperaturen ein harmonisches Ende.

Pliezhäuser Weihnachtsmarkt 2017

Auf dem Weihnachtsmarkt hatte der Freundeskreis Asyl Pliezhausen erstmals zusammen mit den Flüchtlingen einen Stand aufgebaut.

Mit Syrische Spezialitäten, hergestellt in gemeinsamer Arbeit, exotische Süßigkeiten und arabischem Kaffee wurden die vielen neugierigen Gäste verköstigt. Der Freundeskreis bedankt sich bei den vielen Helfern und auch für vielen großen und kleinen Spenden- der Weihnachtsmarkt war ein toller Erfolg und hat allen Teilnehmers großen Spaß gemacht.
Die Bilder sprechen für sich.

Informationsveranstaltung der Gemeinde Pliezhausen

28 Geflüchtete und ebenso viele Interessierte folgten der Einladung des Rathauses zum Thema: „Informationen über Arbeitsmarktintegration in Deutschland „.

Herr Jäger, Leiter des Integrationszentrums in Reutlingen, führte mit vielen Beispielen in das deutsche Ausbildungssystem ein. Ein Dolmetscher vermittelte in arabischer Sprache diese Modelle und zeigte die unterschiedlichen Wege zum Ausbildungsabschluss auf.
Das wichtigste Ziel für die neuen Mitbürger muss sein, die Sprachbarriere zu überwinden und die deutsche Sprache zu erlernen. Nur dann steht der Arbeitsmarkt mit seinen viele Möglichkeiten auch ihnen offen. Studiengänge, die an ausländischen Universitäten abgeschlossen bzw. begonnen wurden, können unter bestimmten Voraussetzungen hier anerkannt und fortgeführt werden. Das Integrationszentrum in Reutlingen bietet u.a. Arbeitssuchenden und Ausbildungsinteressierten viele Informationen rund um Sprache und Arbeit.

Das Interesse der Geflüchteten an diesem Abend zeigt, wie wichtig auch für sie die berufliche Integration sein wird, wenn sie in ihrer neuen Heimat Fuß fassen wollen.
Ein gelungener Abend!

Auf dem Glatteis …

Ausflug in die Eishalle zum Schlittschuhlaufen

Wenn auch der 1.4., aber es war kein April-Scherz. Bei schönstem Frühlingswetter starteten mehrere Bewohner des Wohncontainers und einige Kinder unserer Flüchtlingsfamilien sowie mehrere Helfer mit dem Bus in die Eislaufhalle nach Reutlingen. Allein um für ein paar Stunden auf andere Gedanken zu kommen, lohnte sich dieser sportliche Ausflug in jedem Falle.

Einige wenige kannten sich bereits auf den schmalen Kufen schon aus. Andere hingegen stellten – im wahrsten Sinne des Wortes – sich der Herausforderung.

Die unterschiedlichen sportlichen Fähigkeiten waren insofern hilfreich, dass diejenigen mit mehr Sicherheit den Neuen auf dem Eis helfen konnten.

Jede und jeder kam irgendwie voran und – ALLE hatten sichtlich Spaß.

Einen großen Dank an Tilo von der Eishalle. Er hat unserer Gruppe freien Eintritt und Schuhleihe gewährt.

Markungsputzete – wir waren dabei

Es gibt kein schlechtes Wetter … nur schlechte Kleidung!

Auch dieses Frühjahr hat sich der Freundeskreis Asyl bereiterklärt, gemeinsam mit Flüchtlingen am Müllsammeln in unserer Gemeinde zu beteiligen.

Dieses Jahr wurde unsere Gruppe dem Obst- und Gartenbau-Verein vom Rathaus zugeordnet.

Allerdings war das Wetter dieses Jahr nicht das Optimale. So zogen wir mit Hanne Sell als „Guide“ vom Orga-Team mit Regenkleidung und festem Schuhwerk los. Im Anschluss daran wurden alle verköstigt beim Abschluss-Grillen im Bauhofsgelände Pliezhausen. Schön war’s!

Multikultureller Kochabend

Düfte nach Kardamom, Chili, Koriander, Kreuzkümmel und vielen anderen wohlriechenden Gewürzen verteilten sich am gemeinsamen Kochabend in der Schulküche der GMS am 20.3.17. Tanja Schübel vom Freundeskreis Asyl Pliezhausen organisierte diesen Abend für alle Flüchtlingsfrauen und -mädchen, ihren Patinnen und Helferinnen.

Dieses Miteinander beim Kochen bot allen syrischen, afghanischen und deutschen Frauen Gelegenheit, sich von Frau zu Frau bei Gemüse schnippeln und Fleisch anbraten, vergnügt über die jeweiligen Rezepte-Varianten auszutauschen.

Ein Potpourri aus buntem Gemüse, gefüllte Weinblätter, Vorspeise aus Bulgur mit Tomate und Petersilie, ein Rinderhack mit Kartoffeln und Tomaten, Lammfleisch und Kässpätzle sowie zwei Süßspeisen wurden gezaubert. Interessiert war dann auch eine syrische Frau beim Spätzle schaben im Einsatz, was ihr zusehends Spaß bereitete. Es dampfte und brutzelte und Herr Fouqué wurde wahrscheinlich von den guten Düften angelockt, er machte ein Bsüchle bei uns. Das Buffet mit allen zubereiteten Speisen konnte sich sprichwörtlich sehen und essen lassen. Als Nachtisch gab es Schwarztee mit Spritzgebäck und Kuchen mit Ananas – lecker.

Dieses fröhliche Miteinander beim Kochen und Backen verdient eine Wiederholung. Vielen Dank nochmal an Herrn Fouqué für die Nutzung der Räumlichkeiten. Tanja: DANKE für die Idee, Umsetzung und den wunderbaren gemeinsamen multikulturellen Kochabend.

Wir wollen in Freiheit leben (Ewald Walker / GEA)

VON EWALD WALKER

PLIEZHAUSEN. Flucht. Längst haben wir uns an Bilder flüchtender Menschen quer durch die Kontinente gewöhnt. Doch hinter jedem Weg in die Freiheit steckt eine besondere Geschichte. Dies ist die Geschichte der Familie Aldroubi, die sich am 10. September 2015 in Damaskus auf den Weg machte, dem Krieg in Syrien zu entkommen. Die Aldroubis: Das sind Vater Faisal (50), seine Frau Abeer (38), die Kinder Amin (18), Mohammed (14), Hala (6) und die vor fünf Monaten in Reutlingen geborene Kristin.

Flucht: Das heißt die Heimat verlassen, oft ohne ein genaues Ziel. Die Aldroubis wollten nach Deutschland, ohne das Land vorher besucht zu haben. Als in der Nacht zum 4. August 2015 Bomben über ihren Heimatort Homs niedergingen, entschied der in Damaskus als Arabisch-Lehrer arbeitende Faisal Aldroubi für seine Familie, das Land zu verlassen. »Wenn wir gehen, dann gehen wir zusammen«, war für Mutter Abeer die Bedingung.

Noch in derselben Nacht begann die atemberaubende Flucht der Familie. Der 17-jährige Amin, der zu diesem Zeitpunkt eigentlich das Abitur machen wollte, fuhr (noch ohne Führerschein) seine Familie im Auto, nahm eine vierköpfige Nachbarsfamilie mit (»Wenn man was Gutes tut, bekommt man Gutes zurück«) und brachte acht Menschen unter Luftangriffen teilweise durch die Wüste nach Damaskus. Der junge Mann hatte eine wichtige Rolle auf der Flucht, große Verantwortung übernommen und ist dabei menschlich sehr gereift. »Wir hatten Angst in diesem Krieg, wollen in Freiheit leben«, sagt der inzwischen 18-Jährige heute, der jetzt in die zehnte Klasse des HAP-Grieshaber-Gymnasiums in Rommelsbach geht.

In der syrischen Hauptstadt Damaskus entscheidet Vater Faisal: Wir verlassen unser Land endgültig. Es ist das Aufbruchsignal für eine 16-tägige Flucht durch neun Länder, die ihr vorläufiges Ende in Pliezhausen findet.

Stationen einer Flucht: Von Damaskus geht es per Bus in den Libanon, von dort per Schiff in die Türkei. Mit einem Gummiboot erreicht die Familie eine kleine Insel in Griechenland. Allerdings brauchen die Flüchtlinge fünf Versuche, um in der Nacht wegzukommen. Das Boot wird von türkischen Polizisten angegriffen und zur Kenterung gebracht. Abeer, die Mutter, ist Nichtschwimmerin und überlebt nur dank einer Schwimmweste.

»Das war der schlimmste Teil unserer gesamten Flucht«, sagt Faisal Aldroubi, der 6 000 Euro für diese Überfahrt bezahlt hatte. Weiter geht es per Bus nach Mazedonien, Serbien, Kroatien, Ungarn. Zwischendurch immer wieder stundenlange Fußmärsche, insgesamt gut 200 Kilometer legen sie so zurück. »Wir haben allein in einer Woche sieben Länder durchquert«, erzählt Faisal.

Flucht: Das heißt, kein Blick zurück, immer vorwärtsgehen. Tagelang hat der Familienvater Tochter Hala auf den Schultern getragen. Der Drang in die Freiheit verleiht große Kräfte und erfordert auch sonst höchsten Einsatz. Um finanzielle Reserven zu mobilisieren, wurde zuhause das Auto verkauft, ebenso der Schmuck der Familie. Die älteste Tochter Suria (22) ist verheiratet und deshalb in Syrien geblieben.

Über Wien kommen die Aldroubis per Zug nach Deutschland. Kaum lange an einem Ort, sind ihre nächsten Stationen Karlsruhe, Heidelberg und Reutlingen. Am 13. April landen sie schließlich in Pliezhausen. »Es ist schön hier«, lächelt Abeer, am reichlich gedeckten Mittagstisch in der Drei-Zimmer-Wohnung. Mit dem Blick auf den Pliezhäuser Kirchturm verbinden die Aldroubis auch Hoffnung auf mehr Ruhe in ihrem Leben.

Flüchtlinge waren in Pliezhausen nicht von Anfang an willkommen. Heftige Diskussion um den Standort einer Sammelunterkunft, Drohungen per Flugblätter und in Briefkästen, an Lichtmasten, bis hin zu Gewaltandrohung gegen Günter Herbig, den Sprecher des Freundeskreises Asyl. Insgesamt rund 70 Ehrenamtliche kümmern sich heute in Pliezhausen um 50 Flüchtlinge. Keine einfache Aufgabe, denn Widerstände sind immer noch und immer wieder spürbar.

Martina Müller und Tanja Schübel nehmen sich syrischer Familien an. Behördengänge, Begleitung zu Ärzten, in die Schulen gehen – Unterstützung im Alltag. Für Tanja Schübel, die die Patenschaft für die Aldroubis unternommen hat, ist dies zeitweise ein Halbtagesjob – ehrenamtlich wohlgemerkt.

»Der Schlüssel zur Integration ist die Sprache«, stellt Schübel klar. Die Kinder nehmen diese Hürde leichter, den Eltern fällt es deutlich schwerer. Der Vater hat in diesen Tagen einen Integrationskurs in Reutlingen beendet. »Ich denke, unsere beiden Söhne werden hier bleiben«, sagt Faisal; »wir Eltern werden, wenn der Krieg beendet ist, in vier, fünf Jahren wieder zurückgehen nach Syrien«. Dann würde sich ein Kreis schließen. Es wäre das Ende ihrer Flucht. (GEA)

Berlin 21.-24. September 2016

Pliezhausen-Tübingen-Herrenberg-Stuttgart-Berlin.

 24 MitfahrerInnen (darunter 8 Flüchtlinge) machten sich am 21.September um 7 Uhr 30 von Pliezhausen auf den Weg nach Berlin. In Tübingen kam eine weitere Gruppe hinzu und in Herrenberg war Umsteigen angesagt, bevor wir in Stuttgart auf dem Hauptbahnhof unsere Esslinger Mitfahrer begrüßen konnten. Projekt Stuttgart 21, gleichbedeutend mit langen Wegen zu den Gleisen: vom Gleis 10 um 10 Uhr 51 ging’s endlich los in die Hauptstadt.  

Alle 54 Teilnehmer waren von der Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel (Die Linke) zu dieser Reise nach Berlin eingeladen worden. Das Informationsprogramm, mit Besichtigungen des Reichstages, mit einem Besuch der Kuppel, einer Plenarsitzung im Bundestag, Besuch des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Museum in der Kulturbrauerei mit der Ausstellung „Alltag in der DDR“, eine beeindruckende Führung durch das Dokumentationszentrum „Topografie des Terrors“ in Berlin Kreuzberg. Für das leibliche Wohl war immer gesorgt und ein Höhepunkt war sicher eine „schwäbische Mahlzeit“ in “unserer“ sehr ansprechenden Vertretung Baden-Württembergs. Eine ausführliche Stadtbesichtigung mit dem Bus und zum Abschluss eine abendliche Bootsfahrt durch das Regierungsviertel waren ein würdiger Abschluss für diese bestens organisierte Reise, bei der auch der Wettergott wohlwollend mitspielte.

Am Samstag ging es dann um halb 2 mittags wieder Richtung Heimat. Ein spontanes Gesangs – Battle im Großraum Abteil der Bahn mit Esslinger, Syrischer und Pliezhäuser Beteiligung rundeten diesen tollen Ausflug ab. Da bebte ein ganzer Großraumwagen! Spät abends erreichten wir erschöpft Pliezhausen und werden sicher noch lange von diesen Eindrücken zehren. (WD)

Miteinander im Zeichen der Völkerverständigung (GEA-Bericht Frau Sander)

PLIEZHAUSEN. Es war ein Freiluft-Sommercafé im Freizeitgelände Greut der evangelischen Kirchengemeinde Pliezhausen voller Lebendigkeit, das Treffen am Donnerstagnachmittag von Pliezhäuser Bürgern mit im Ort lebenden Asylbewerbern. Eigentlich hat das Asyl-Café inzwischen einen Stammplatz im »Café Kännle« im Seniorenzentrum, aber im Rahmen des Erwachsenen-Ferienprogramms hatte der Freundeskreis Asyl Pliezhausen zu einem Freiluftcafé eingeladen, zu dem 90 große und kleine Gäste gerne kamen.

»Wir haben alle Pliezhäuser Bürgerinnen und Bürger, alle Flüchtlinge mit Familien und alle, die Lust haben mit Menschen zu sprechen, Musik zu hören oder Spiele zu spielen, eingeladen«, erklärte Günter Herbig, zusammen mit Hannelore Sell Sprecher des Freundeskreises, und freute sich über die gute Resonanz. Die jüngsten Gäste waren die vier Wochen alte Kristin und Mahmud mit zwei Monaten, beides Kinder aus syrischen Familien, die hier geboren wurden und zweisprachig aufwachsen werden. Zunächst lernen die Eltern Deutsch mit Hilfe von Mitarbeitern des Freundeskreises, die ehrenamtlich in den Räumen der evangelisch-methodistischen Kirche Deutsch-Unterricht geben, bis für die Neuankömmlinge die offiziellen Deutschkurse beginnen können. »Unter den mehr als 60 Asylbewerbern in der Anschlussunterbringung hier in Pliezhausen gibt es auch einige Analphabeten«, nennt Herbig einen wichtigen Punkt der unterschiedlichen Vorgehensweise. Die Flüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan und Irak, sind vorwiegend Familien und bisher dezentral untergebracht. Für die Flüchtlingen wären weitere private Wohnungsangebote aus der Pliezhäuser Bevölkerung sehr wünschenswert, so Herbig.

»Wenn jetzt noch wie derzeit erwartet demnächst 30 bis 35 Menschen dazu kommen, kommen wir an unsere Grenzen«, sagt er zur Personal- und Zeitsituation im Freundeskreis, auch im Hinblick auf den Nachzug von Familienangehörigen. Jede Verstärkung im Team ist darum willkommen, um zum Beispiel eine Patenschaft für eine Familie oder eine Einzelperson zu übernehmen. (mar)
http://freundeskreis-asyl-pliezhausen.de 

Bunter Greut-Nachmittag

Hallo zusammen,

ich möchte auf diesem Wege nochmals an unser Kaffee im Greut erinnern. Am 8.September Donnerstag von 16 Uhr bis 18 Uhr können wir das schöne Greut nutzen und mit den Flüchtlingen und anderen Menschen gemütlichen zusammen sein. Wer Lust hat, kann sich mit Musik, Spielen etc. einbringen. Kaffee gibt’s auch und Kuchenspenden wären schön (bitte bei Tanja Schübel anmelden tanja@schuebel.de/ 07127 889888 )

Weitere Termin ist 8.Oktober – immer Donnerstag. Diese Termine sind zusätzlich zu unserem Treff im Cafe’ Kännle gedacht.

Wir freuen uns auf diesen, sicher sehr schönen, Nachmittag.

Wolfgang Dittrich

Freundeskreis Asyl

Weltflüchtlingstag 20. Juni 2016 UNHCR

Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag
Die UN-Vollversammlung hat den 20. Juni zum zentralen internationalen Gedenktag für Flüchtlinge ausgerufen. Dieser Tag wird in vielen Ländern von Aktivitäten und Aktionen begleitet, um auf die besondere Situation und die Not von Millionen Menschen auf der Flucht aufmerksam zu machen.

„Überall auf der Welt fliehen Familien vor Gewalt. Die Zahlen sind gewaltig, aber wir dürfen nicht vergessen, dass diese Menschen Mütter und Väter, Töchter und Söhne sind, Menschen wie Du und ich – bevor der Krieg sie zur Flucht gezwungen hat. Am Weltflüchtlingstag sollten sich alle daran erinnern, was uns verbindet: unsere gemeinsame Menschlichkeit.“
(António Guterres, Flüchtlingshochkommissar)

Der Weltflüchtlingstag ist den Flüchtlingen, Asylsuchenden, Binnenvertriebenen,
Staatenlosen und RückkehrerInnen auf der ganzen Welt gewidmet, um ihre Hoffnungen und Sehnsüchte nach einem besseren Leben zu würdigen.

Markungsputzete – Wir waren dabei!

Am Samstag, 9.4.16, zur Markungsputzete haben in Rübgarten Elia Naqoul, Jehad Albakkour, Fadi Meshrfi fleißig geholfen und Müll eingesammelt. Sie alle waren mit Ortvorsteher Martin Kemmler und Verena Ludewig unterwegs. Verena hat geschrieben, dass es allen Spaß gemacht hat und auch Martin Kemmler hat sich gefreut.

In Pliezhausen waren 3 Flüchtlinge der syrischen Familie aus der Neckarstraße zur Markungsputzete dabei. Tanja Schübel und Liane Schmieder mit Kindern hatten sich gemeinsam mit den Flüchtlingen dem Albverein angeschlossen und fleißig Müll eingesammelt. Ahed, Mahmoud und Majd konnten im Anschluss noch die Aussicht vom Zweieichenturm genießen und ihre nun neue Umgebung mal aus einer anderen Perspektive besichtigen.

Initiative für Sozialticket des Freundeskreis Asyl Pliezhausen

An
den Vorsitzenden des Kreistages Reutlingen, Herrn Landrat Thomas Reumann
die Kreisräte des Kreistages Reutlingen
den Bürgermeister der Gemeinde Pliezhausen, Herrn Christof Dold
die Abgeordneten des Landtages Baden-Württemberg
die Baden-Württembergische Landesregierung

Initiative Sozialticket für den Landkreis Reutlingen

Wir, die Unterzeichner dieses Appells, fordern die oben genannten Personen und Institutionen auf, sich jeweils auf Ihrer Entscheidungsebene für die Einführung eines Sozialtickets für Bezieher von Leistungen gemäß SGB II (Hartz IV) und weitere Personengruppen mit niedrigen Einkommen, aktuell natürlich auch für Flüchtlinge, einzusetzen.

Wir schließen uns damit der Forderung des Sozialforums Reutlingen an, das Sozialticket für den Landkreis Reutlingen zunächst für monatlich 15,- Euro anzubieten.

An die Landesregierung appellieren wir, z.B. erhöhte Landeszuschüsse an die Einführung von Sozialtickets zu koppeln.

Begründung:
Mobilität und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in den Bereichen Arbeit, Kultur, Politik usw. sollten für alle Menschen selbstverständlich sein. Der Zugang zu günstigen Einkaufsmöglichkeiten, zum Sprachunterricht, zur Arbeitsstelle usw. wird aber an vielen Orten, so auch in Pliezhausen, durch die Entfernungen und finanziellen Hürden erschwert. Die aktuelle Flüchtlingswelle zeigt jetzt auch in Pliezhausen mit seinen Teilorten besonders deutlich, dass Handlungsbedarf für alle finanziell schwächer gestellten Menschen in unserem Lande besteht.

Pliezhausen, 29.01.2016

Für den Freundeskreis Asyl Pliezhausen www.freundeskreis-asyl-pliezhausen.de

Hannelore Sell                                                                      Günter Herbig
Kochgasse 18/1                                                                     Charlottenstraße 10
72124 Pliezhausen                                                                72124 Pliezhausen

Flüchtlingsrat – Vortrag im Café Kännle – nun als pdf

Hier der versprochene Vortrag des BaWü-Flüchtlingsrates zur Flüchtlingsarbeit vom 29. Januar

FlueRat Vortrag kurz 2016

1. Flüchtlinge weltweit und bei uns
2. Grundlagen zum Asylverfahren
3. Leben von Flüchtlingen in BW

Für den Ausfall der Technik müssen wir uns entschuldigen. Trotzdem oder gerade deshalb hat ein reghafter Austausch stattgefunden und nun ist das Ganze nachlesbar

Symbolischer Scheck über 1000 Euro (Foto: Benni Lau)

Da war was los in Rübgarten! Die Halle war voll, und vor den Siegerehrungen durften wir, Liane Schmieder und ich, von den Ausrichtern des Albgold-Winterlaufes den tollen symbolischen Scheck in Empfang nehmen, moderiert von Manuela Heim, der unermüdlichen Veranstaltungsmanagerin, überreicht von Ulrich Schneider, dem Pliezhäuser Vereinsvorsitzenden.

Dem LV Pliezhausen 2012, der TSG Reutlingen, IGL Reutlingen und dem TSV Trochtelfingen / Abt. Leichtathletik möchten wir hiermit noch einmal ein herzliches Dankeschön sagen. Als Sahnehäubchen gabs dann obendrauf noch vom Volleyballverein Sport-Spiel-Schönbuch ein Sammelergebnis von über 400 Euro in bar für unsere Spendenkasse, auch überreicht von Ulrich Schneider. Wir waren sehr berührt und auch beeindruckt von der Veranstaltung, zu der sich letztendlich fast 1000 Teilnehmer angemeldet hatten.

Amüsantes Nachspiel: Beinahe wäre ich mit dem Scheck zur Kreissparkasse gegangen, habe mich aber dann aufklären lassen, dass der ja nur symbolisch sei. Die Vereine überweisen jeweils 250 Euro auf unser Spendenkonto und bekommen von uns die entsprechende Spendenquittung.
An dem  Auftritt bei der Bank bin ich also knapp vorbeigeschlittert. (G.H. / Foto: Benni Lau)

ALB GOLD Winterlauf Cup mit dem LV-Pliezhausen

  


Laufend Gutes tun!

Die ausrichtenden Vereine wollen einen Teil der Startgelder auch in diesem Jahr spenden. 1000,- Euro werden beim 2. Lauf in Pliezhausen-Rübgarten an den Freundeskreis Asyl Pliezhausen übergeben. Rund 130 Helfer kümmern sich derzeit um die Menschen, die auf der Flucht in unsere Region kommen. Sprachförderung, Vermittlung von Patenschaften und der Treffpunkt Asyl sind nur einige der umfangreichen Maßnahmen des Freundeskreises.

Mal ein Blick zurück

Hier ein interessanter Tipp von Jo Pfeifer, der bei einer Unterrichtsvorbereitung auf einen Text der Pliezhäuser Geschichtswerkstatt gestoßen ist (Steinzeit bis Gegenwart Gemeinde Pliezhausen). Hier heißt es auf Seite 9:
„Die Zeit der Hungersnöte zwischen 1846 und 1857

Ein Auszug aus einem Aufruf im Reutlinger Amtsblatt vom 16. 3. 1852 zeigt, wie groß die Not der Armen in Pliezhausen war: „Einer unabweisbaren Pflicht genügend, rufen wir die Bewohner Reutlingens und der Umgebung um Hilfe für die vielen hunderte elender Mitmenschen, welche unser durch seine Verarmung längst traurig berühmter Ort in sich schließt … und die Zahl derer, welche von jetzt an bis zur Ernte weder Lebensmittel noch Geld oder Credit zur deren Herbeischaffung besitzen, auf nahezu 1000 angeben. Weiter„Mal ein Blick zurück“

Syrischer Marmorkuchen für alle

PLIEZHAUSEN. (VON TILL BÖRNER) Um 15.45 Uhr war das Café Kännle noch fast leer; nur einige Helfer wuselten durch den Raum, verteilten Tassen und Teller auf den Tischen, schnitten den Kuchen an, und Günter Herbig übte ein paar Klänge auf der Gitarre. 20 Minuten später hatte sich das Bild komplett gewandelt: Nun waren alle Stühle belegt, die Menschen redeten, lachten oder hatten ihren Spaß mit den Spielen, die ausgelegt waren.

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1. Asyl Café … Wir-Café … Name gesucht!

… am Freitag, den 11.12.2015 ist es endlich soweit ! Ab 16 Uhr findet im Café Kännle ein 1. Treffen statt: Angesprochen sind alle Bürger-innen von Pliezhausen, Freunde und Unterstützer der Flüchtlingsarbeit, sowie alle alten und neuen Flüchtlinge. Im gemütlichen Rahmen ist ein gegenseitiges Kennenlernen und Austauschen sehr einfach und diese Einrichtung soll daher auch im neuen Jahr fortgesetzt werden. Vielen Dank auch der Gemeinde Pliezhausen, Herrn Dold und Herrn Waidmann, für das Ermöglichen dieses Treffpunktes.

Asyl Café Kännle

Spendeneingang: EMK Kollekte Jugendgottesdienst

Wir bedanken uns ganz herzlich für die Spende der EMK Pliezhausen. In der Kollekte zum letzten Jugendgottesdienst wurden 269,17 Euro für unsere Asylarbeit gesammelt!

Wir bedanken uns an dieser Stelle auch genauso herzlich bei einzelnen Privatspendern, die wir aus Datenschutzgründen natürlich nicht veröffentlichen. Bei der Kollekte der EMK setzen wir das Einverständnis voraus und finden die Aktion ganz toll.

In der Wilhelma

Am 7. April machte meine Familie mit Frau Dolan, Herrn Kaltschnee, Frau Sell und Herrn Herbig einen Ausflug in die Wilhlma; am Lustigsten war die Fütterung der Seeelöwen« – so schreibt der zwölfjährige Ahed, der mit seinen Eltern und Geschwistern seit einiger Zeit, geflohen aus dem Bürgerkriegsland Syrien, in Pliezhausen eine neue Heimat gefunden hat, in seinem kleinen »Aufsatz« – und macht dabei kaum einen Rechtschreibfehler.Weiter„In der Wilhelma“

Original Syrisch Essen

Original Syrisch Essen mit Familie Ramdane. Das hatte was! Es dampfte, Männer und Frauen nicht in, aber nah dran an den großen Töpfen … Gerüche … mmhh … da lief uns das Wasser im Munde zusammen. Gerade noch gemeinsam Deutsch gebüffelt und dann von den magischen Gerüchen in die Küche der EMK Pliezhausen gelockt.

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Reise in die Vergangenheit

Schönes Wetter, gute Laune, Picknick dabei, was willst Du mehr? Erstaunlich, dass das Urweltmuseum in Holzmaden auch bei weniger Sprachkenntnissen zu fesseln vermag. Der Gang durch das Museum dauerte jedenfalls deutlich länger als erwartet. Und super, dass unsere syrische Familie komplett als „Studentengruppe“ beim Eintritt akzeptiert wurde. Klar, wir studieren ja auch wirklich!Weiter„Reise in die Vergangenheit“